25 Jahre „Kompetenz gegen Brustkrebs“: Zuversicht als Wegbegleiter

„Über – L(l)eben mit der Diagnose Krebs“ – unter diesem Motto stand der 23. Jahreskongress des Vereins „Kompetenz gegen Brustkrebs Olpe“, der in diesem Jahr zugleich ein besonderes Jubiläum feierte. Seit 25 Jahren setzt sich der Verein für Information, Unterstützung und eine bessere Versorgung von Menschen mit Brustkrebs ein. Zum Kongress kamen über 90 Betroffene, Angehörige, medizinisches Fachpersonal und Interessierte am 12. September im Kreishaus Olpe zusammen.

Den Auftakt bildete ein Rückblick auf 25 Jahre Vereinsgeschichte. Dr. Susanne Kost, Gründungsmitglied und ehemalige langjährige Vorsitzende, blickte gemeinsam mit Vorstandsmitglied Katharina Schulte auf die Anfänge, wichtige Entwicklungen und die Arbeit des Vereins zurück. Dabei wurde deutlich, wie dass sich zwar viel in der öffentlichen Wahrnehmung der Erkrankung in den vergangenen 25 Jahren verändert hat, aber die Bedürfnisse der Patientinnen unverändert sind: der Zugang zu seriösen Informationen und der persönliche Austausch mit anderen Betroffenen. Landrat Theo Melcher würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung des Vereins und dankte für das wichtige Engagement für die Menschen in der Region.

„Ich bin Team Zuversicht“
Persönlich wurde es im Vortrag von Privatdozentin Dr. med. Grit Herter-Sprie. Die Onkologin kennt die Erkrankung aus zwei Perspektiven: als Ärztin, die Patientinnen und Patienten begleitet – und als Betroffene, die selbst mit der Diagnose Krebs konfrontiert wurde. Neben einer guten ärztlichen Versorgung habe ihr vor allem geholfen, zuversichtlich mit der Diagnose umzugehen: „Wer Zuversicht in sich selber aufbaut, hat einen Anker, der nicht von der nächsten Untersuchung abhängt.“ Zuversicht sei eine Haltung, die helfe, den eigenen Weg mit der Erkrankung aktiv zu gestalten. Ihre persönliche Geschichte machte Mut, die Perspektive nicht allein auf die Erkrankung zu richten, sondern auch darauf, was trotz und mit ihr möglich bleibt.

Krebs endet nicht mit der letzten Therapie
Daran knüpfte Dr. Jürgen Schwickerath, Chefarzt der Frauenklinik und des Brustzentrums Olpe, mit seinem Vortrag zur Langzeit-Überlebensqualität an. Er zeigte auf, wie stark sich die Behandlungsmöglichkeiten von Brustkrebs insbesondere seit den 1990er-Jahren verbessert haben. Wird Brustkrebs früh erkannt und leitliniengerecht behandelt, bestehen heute sehr gute Heilungschancen.

Jürgen Schwickerath betonte zudem die Bedeutung der Behandlung in spezialisierten Brustzentren. Nach den von ihm vorgestellten Ergebnissen der WIZEN-Studie haben Patientinnen, die in einem Brustzentrum behandelt werden, ein um 20 Prozent höheres Überleben. Auch die Früherkennung und die aufmerksame Wahrnehmung des eigenen Körpers spielten eine wichtige Rolle.

Gleichzeitig machte Jürgen Schwickerath deutlich, dass die Begleitung mit dem Ende der Therapie nicht abgeschlossen ist: „Krebs endet nicht mit der letzten Therapie.“ Vielmehr brauche es langfristige und übergreifende Versorgungskonzepte. Auch Selbstfürsorge und Zuversicht seien wichtige Bestandteile des weiteren Weges. Häufig werde die Diagnose Krebs für Betroffene zu einem Impuls, das eigene Leben und die eigenen Bedürfnisse neu in den Blick zu nehmen.

Zum Abschluss führte Journalistin Beate Schmies durch ein Podiumsgespräch mit Dr. Grit Herter-Sprie, Dr. Jürgen Schwickerath und zwei Betroffenen. Ihre persönlichen Erfahrungen mit der Diagnose Brustkrebs machten noch einmal deutlich, wie unterschiedlich die Wege mit und nach einer Krebserkrankung sein können.

Im kommenden Jahr findet der Kongress am 18. September wieder im Kreishaus Olpe statt.

Privatdozentin Dr. med. Grit Herter-Sprie

Journalistin Beate Schmies (M.) im Gespräch mit Frau Dr. Grit Herter-Sprie (r.), zwei Betroffenen und Dr. Jürgen Schwickerath.

Dr. Jürgen Schwickerath, Chefarzt der Frauenklinik und des Brustzentrums Olpe, referierte zum Thema Langzeit-Überlebensqualität.

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